Deutschamerikaner
Als Deutschamerikaner (German Americans) werden in den Vereinigten Staaten umgangssprachlich amerikanische Staatsbürger bezeichnet, die entweder selbst aus dem deutschsprachigen Raum eingewandert sind oder deren Vorfahren – besonders in der väterlichen Linie – deutschsprachig waren und die ihre kulturellen Wurzeln darum als „deutsch“ empfinden.[1] Da diese Vorfahren großenteils bereits vor 1871 eingewandert sind, also in einer Zeit, als ein deutscher Nationalstaat noch gar nicht existierte, werden dabei unterschiedslos auch solche deutschsprachigen Vorfahren berücksichtigt, die außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches bzw. Deutschlands, also z. B. in Österreich, gelebt haben.
Je länger die Einwanderung zurückliegt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Personen, die sich als „Deutschamerikaner“ einstufen, noch deutsch sprechen. Zu unterscheiden sind die so genannten Deutschamerikaner insbesondere von deutschen Staatsbürgern, die in Deutschland aufgewachsen sind und mit einem Visum oder einer Permanent Resident Card vorübergehend oder dauerhaft in den USA leben.
Als „Deutschamerikaner“ gelten heute in den USA bis zu 60 Millionen der 300 Millionen Staatsbürger.[2] 49 Millionen Amerikaner sahen sich laut Selbstbeschreibung im Jahr 2000 als deutschstämmig beziehungsweise gaben „deutsch“ als ihre Hauptabstammung an.[3] Von den britischstämmigen Amerikanern abgesehen, stellen Deutschamerikaner somit noch vor den Hispanics und den Irisch-Amerikanern die größte Gruppe innerhalb der USA.
In folgenden Bundesstaaten bilden die Deutschamerikaner heute die jeweils größte Einwanderungsgruppe: Alaska, Colorado, Florida, Idaho, Illinois, Indiana, Iowa, Kansas, Michigan, Minnesota, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, South Dakota, Washington, Wisconsin und Wyoming.
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Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte der Deutschen in den Vereinigten Staaten
Das Hauptziel der frühen deutschen Einwanderung war Pennsylvania. Dort wurde 1683 die erste deutsche Siedlung auf dem Boden der heutigen Vereinigten Staaten gegründet. 1775 bestand ein Drittel der Bevölkerung Pennsylvanias aus deutschstämmigen Bewohnern. Sie waren überwiegend Lutheraner, Reformierte, Amish, Mennoniten und Anhänger anderer protestantischer Glaubensrichtungen. Die Deutschamerikaner in Pennsylvania entwickelten eine eigene Sprache auf der Basis pfälzischer Dialekte, das Pennsylvania Dutch, das vereinzelt auch heute noch gesprochen wird. Andere bedeutende deutsche Siedlungen gab es in Nordamerika zur Kolonialzeit in New York und Virginia.
Die größte deutsche Einwanderungswelle gab es zwischen 1848 und dem Ersten Weltkrieg, als über sechs Millionen Deutsche in die USA einwanderten. Die meisten davon kamen aus ökonomischen Gründen, andere wurden aufgrund ihres Glaubens oder – wie die Forty-Eighters – aufgrund ihres politischen Engagements verfolgt, wieder andere wollten dem Wehrdienst entgehen.
Die deutschen Einwanderer hatten das Glück, in den USA nicht – wie z. B. die chinesischen Einwanderer – als Fremde diskriminiert zu werden. Infolgedessen fügten sie sich in der jungen amerikanischen Gesellschaft schnell ein und gelangten in vielen Fällen zu ähnlichem wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Einfluss wie die englischen Einwanderer. Zu Rückschlägen kam es während des Ersten Weltkrieges, als Deutschamerikaner verdächtigt wurden, mit den Mittelmächten zu sympathisieren. Viele Deutschamerikaner reagierten auf diesen Druck mit einer demonstrativen Anpassung an den englischen kulturellen Mainstream.
Ein weiterer deutsch-amerikanischer Migrationsschub erfolgte nach der Errichtung der nationalsozialistischen Herrschaft im Jahre 1933. Viele Akademiker verließen Deutschland, weil sie dort nicht mehr arbeiten konnten; bald suchten viele Deutsche auch deshalb Zuflucht in den USA, weil in Deutschland ihr Leben bedroht war. Andererseits wurden während des Zweiten Weltkrieges Tausende von Deutschen, die in den Vereinigten Staaten lebten, interniert. Nach Kriegsende bewiesen viele Deutschamerikaner ihre Solidarität mit der alten Heimat, indem sie CARE-Pakete ins verwüstete Deutschland schickten.
Noch heute ziehen viele Deutsche in die Vereinigten Staaten um. An die Stelle der Armutsmigration und der Flucht vor Verfolgung ist inzwischen allerdings eine Arbeitsmigration insbesondere von Wissenschaftlern getreten, die in den USA günstigere Karriere-, Arbeits- und Forschungsbedingungen suchen, als sie in Deutschland vorfinden. Auch die Unterscheidung von „Auswanderung“ und einem temporären Arbeitsaufenthalt im Ausland ist heute sehr fließend geworden.
Kulturelles Erbe
Aufgrund der Tatsache, dass Amerikaner mit Wurzeln im deutschen Sprachraum seit Bestehen der USA zu den größten Bevölkerungsgruppen zählen, haben sie in entscheidender Weise zur Herausbildung der amerikanischen Kultur beigetragen. Baron von Steuben, ein ehemaliger preußischer Offizier, hat den Aufbau der US-amerikanischen Armee im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg geleitet und dadurch den Sieg über die britischen Truppen möglich gemacht.
Während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland immigrierten zahlreich deutsche, vor allem deutsch-jüdische Wissenschaftler in die Vereinigten Staaten. Der bekannteste davon ist wohl Albert Einstein, bekannt für die Relativitätstheorie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Wernher von Braun und die meisten Ingenieure der Heeresversuchsanstalt Peenemünde in die USA gebracht, wo sie am US-amerikanischen Raketenprogramm entscheidend mitarbeiteten.
Auch der Einfluss der Deutschen Küche ist in den USA spürbar. Frankfurter, Hamburger, Bratwurst, Brezeln und Strudel sind weit verbreitete Gerichte. Auch die Renaissance der Mikro-Brauereien ist von deutschen Brauern geprägt.
Ohio ist bekannt für das deutschamerikanische Festival Zinzinnati, und in New York, Philadelphia und anderen Städten findet jedes Jahr die Steubenparade, ein Umzug von Deutschamerikanern, statt. Außerdem finden im ganzen Land deutschamerikanische Festivals und Octoberfests statt. Zehntausende amerikanischer Touristen reisen jedes Jahr nach Deutschland, um das Land ihrer Vorfahren zu entdecken.
Nach der letzten Volkszählung (2000) sprechen 1.382.610 Menschen Deutsch als Muttersprache, zählt man die Sprecher des Pennsylvania Dutch und des Luxemburgischen dazu, beläuft sich die Zahl auf 1.467.184 Sprecher. Von dieser Anzahl sind 11,9 % zwischen 5 und 17 Jahren alt, 64,9 % sind zwischen 18 und 64 und 23,2 % sind älter als 65 Jahre.
Deutsche Städtenamen in den USA
In den meisten Bundesstaaten der USA gibt es Stadtgründungen durch Deutsche oder Städte mit deutschen Namen, beispielsweise Hamburg (New York), Stuttgart (Arkansas), Bismarck (North Dakota), New Braunfels (Texas), Minden (Nebraska), Schaumburg (Illinois), New Baden (Illinois), New Minden (Illinois), New Berlin (Illinois), Frankenmuth (Michigan), Frankfort (Kentucky), Dresden (Ohio), New Berlin (Wisconsin), Kiel (Wisconsin), New Holstein (Wisconsin), Hanover (Pennsylvania), Berlin (New Hampshire), Hanover (New Hampshire), Karlsruhe (North Dakota) , New Leipzig (North Dakota), New Ulm (Minnesota), Bremen (Georgia) oder Lennep (Montana).
Deutsche Einwanderer und bekannte Deutschamerikaner
Wo möglich, geordnet nach dem Jahr der (ersten) Einwanderung:
17. Jahrhundert
- 1610: Hendrick Christiaensz (um 1580–1625), aus Kleve, Pelzhändler in niederländischen Diensten, führte 1610 Erkundungen im Mündungsgebiet des Hudson (damaliger Name: „Mauritius“-Fluss) durch; Mitbegründer der ersten holländischen Niederlassung an der Südspitze von Manhattan, der späteren Kolonie Neu-Niederlande.
- 1625: Peter Minuit, auch Minnewit (1588/89–1641), erster Gouverneur von Neu-Niederlande mit seiner Hauptstadt Neu-Amsterdam
- Augustin Herrmann (1611–1675) aus Prag gebürtig; Landvermesser und Kartograph in niederländischen Diensten; Tätigkeit in Neu-Niederlande und Maryland.
- 1660: Jakob Leisler (1640–1691), Pelz- und Tabakhändler, Gouverneur der Kolonie New York, in den Wirren der englischen „Glorious Revolution“ hingerichtet
- 1669: Johannes Lederer (1644–1675), aus Hamburg stammender Arzt und Geograph; erforschte 1669/70 im Auftrage des Gouverneurs von Virginien Gebirgsketten der Appalachen im Hinterland der Kolonie, um nach einem vermuteten Durchlass zum Pazifik zu suchen.
- 1683: Franz Daniel Pastorius (1651–1719) gründet gemeinsam mit anderen Quäkern, darunter auch Abraham Isacks op den Graeff (1649-1731), die erste deutschen Siedlung Germantown bei Philadelphia mit dreizehn Familien aus Krefeld, den sogenannten „Original 13“
- 1693: Johann Jacob Zimmermann (1644–1693) bringt eine weitere Gruppe von elf Familien aus Hamburg nach Pennsylvanien, stirbt aber bereits in Amsterdam, die Witwe reist jedoch allein weiter
18. Jahrhundert
- nach 1700: Familie Rockefeller übersiedelt aus dem Rheinland an die amerikanische Ostküste
- Vorfahren von John D. Rockefeller (1839–1937)
- nach 1700: Familie Studebaker übersiedelt nach Pennsylvania
- Vorfahren von Henry und Clement Studebaker, Gründer der Automobilwerke Studebaker
- Gottlieb Mittelberger (* 1715, † vor 1779), gebürtiger Württemberger, zeitweilig als Organist und Lehrer in deutschsprachigen Gemeinden Pennsylvaniens tätig; Verfasser einer bedeutenden Beschreibung über die Lebensverhältnisse im Pennsylvanien des 18. Jahrhunderts (Gottlieb Mittelbergers Reise nach Pennsylvanien im Jahr 1750. Und Ruekreise nach Teutschland im Jahr 1754. Stuttgart 1756)
- 1742: Henry Melchior Mühlenberg (1711–1787), Pfarrer
- sein Sohn John Peter Gabriel Mühlenberg (1746–1807), Pfarrer, Offizier im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, Abgeordneter im Kongress
- sein Sohn Frederick Augustus Conrad Mühlenberg (1750–1801), zunächst lutherischer Pfarrer, dann Politiker, Abgeordneter und erster Speaker des US-Repräsentantenhauses; nach ihm ist die „Mühlenberg-Legende“ benannt
- 1777: Friedrich Wilhelm von Steuben (1730–1794), Militärreformer
- 1784: Johann Jakob Astor (1763–1848), Handel mit Pelzen und Immobilien, Begründer der Astor-Familie (Stifter der New Yorker Stadtbibliothek, Begründer des Waldorf-Astoria-Hotels)
19. Jahrhundert
- 1817–1867: Heinrich (Henry) Harbaugh, pennsilfaanisch-deitscher Volksdichter und Theologe
- 1824–1827: Gottfried Duden (1785–1855), deutscher Arzt und Gründer von Dutzow (Missouri)
- 1824: Karl Follen (1796–1840), Revolutionär, Schriftsteller und Abolitionist
- 1825: Friedrich List, württembergischer Politiker, flieht 1825 nach Amerika, kehrt 1832 als amerikanischer Konsul zurück und wird Eisenbahnpionier
- 1829: Friedrich Ernst, eigentlich Friedrich Diercks (1796–1848), erster deutscher Siedler in Texas und „Vater der Einwanderer“
- 1830 ff.: Dreißiger
- 1831: John August Roebling (1806–1869), Ingenieur und Brückenbauer, Konstrukteur der Brooklyn Bridge in New York
- 1832: Georg Engelmann (1809–1884), Arzt, Botaniker und Meteorologe, Begründer der amerikanischen Kakteenkunde, Berater beim Aufbau des Missouri Botanical Garden sowie Mitbegründer und erster Präsident der St. Louis Academy of Science
- 1833: Theodor Engelmann (1808–1889), Rechtsanwalt, Journalist und Zeitungsverleger
- 1830er: Paul Follen (1799–1844), Rechtsanwalt, Schriftsteller und Farmer, Gründer der Gießener Auswanderungsgesellschaft
- 1830er: Friedrich Münch (1799–1881), Pastor, Winzer, Politiker und Schriftsteller, Gründer der Gießener Auswanderungsgesellschaft
- 1834: Robert Justus Kleberg (1803–1888), Gründer von Catspring (Austin County), „Held von San Jacinto“ (texanischer Unabhängigkeitskrieg) und Oberrichter
- 1834: Ferdinand Lindheimer (1801–1879), Botaniker („Vater der texanischen Botanik“), Journalist und Zeitungsverleger
- 1834: Albrecht von Roeder (1811–1857), Farmer und Gründer der Ortschaft Catspring (Texas)
- 1837: Gustav Dresel (1818–1848), Schriftsteller, Kaufmann und erster deutscher Generalkonsul in Texas
- 1839: Martin Stephan (Geistlicher) (1777–1847), Geistlicher
- 1839: Carl Ferdinand Wilhelm Walther (1811–1887), Geistlicher
- vor 1840: Johann Bast (1812–1880), deutsch-amerikanischer Architekt in Cincinnati (Ohio)
- vor 1840: Johann Hermann Sanning (1812–1880), deutsch-amerikanischer Baumeister in Cincinnati (Ohio)
- 1842: Eberhard Anheuser, Brauereibesitzer (Anheuser-Busch)
- 1843: Charles Wimar (1828–1863), Maler
- 1844: Hans von Specht (1825–1913), Farmer, Fuhrmann und Postmeister
- 1844: Nicolaus Zink (1812–1887), Zivilingenieur und Farmer, führte 1845 den ersten Siedler-Treck des Mainzer Adelsvereins nach Texas und baute das Fort „Zinkenburg“
- 1845: Wilhelm Victor Keidel (1825–1870), erster Arzt und erster Friedensrichter im Gillespie County (Texas) und Gründer der Ortschaft Pedernales
- 1845: Otfried Hans von Meusebach, in den USA John O. Meusebach (1812–1897), Farmer, Botaniker, Politiker und Senator, zweiter Generalkommissar des Mainzer Adelsvereins und Gründer der Stadt Fredericksburg
- 1845: Hermann Spieß (1818–1873), dritter und letzter Generalkommissar des Mainzer Adelsvereins
- 1845: Heinrich Rattermann (1832–1923), deutsch-amerikanischer Versicherungsunternehmer, Historiker, Schriftsteller und Herausgeber der Monatsschrift „Der Deutsche Pionier“ und der Vierteljahresschrift Deutsch-Amerikanisches Magazin
- vor 1846:Ottmar von Behr (1810–1856), Schafzüchter, Meteorologe und Naturforscher
- 1846: Thomas Nast (1840–1902), Zeichner und Cartoonist, Schöpfer von Uncle Sam, Santa Claus und der Wappentiere von Demokraten (Esel) und Republikanern (Elefant)
- 1846: Hermann Rogalla von Bieberstein (1823–1906), deutsch-amerikanischer Zivilingenieur, Geometer und Politiker in Texas
- 1846: Hermann Ferdinand Rogalla von Bieberstein (1824–1907), deutsch-amerikanischer Zivilingenieur und Geometer in Texas; viele der von ihm vermessenen Grenzen haben noch heute Bestand
- 1846: Wilhelm Weitling (1808–1871), Frühsozialist
- 1847: Levi Strauss, (1829–1902), Textilfabrikant, Erfinder der Jeans
- 1847: Johannes Romberg (1808–1891), Farmer und Dichter, Gründer des ersten literarischen Vereins in Texas („Prärieblume“)
- 1847: Ferdinand von Herff (1820–1912), Arzt, erster Chirurg in Texas und „Vater des texanischen Krankenhauswesens“
- 1847: Gustav Schleicher (1823–1879), Ingenieur, Unternehmer, Rechtsanwalt und US-Politiker
- 1848ff: Achtundvierziger
- 1848: Friedrich Hecker (1811–1881), Revolutionär, Bürgerrechtler, Weinbauer
- 1848: Adolf Cluss (1825–1905), Kommunist, Architekt
- 1849: Ernst Kapp (1808–1896), Geograph, Technikphilosoph
- 1849: Fritz Anneke (1818–1872), Offizier, Revolutionär
- 1849: Emil Annecke, (1823–1888), Revolutionär, Journalist und Jurist
- 1849: Peter Joseph Osterhaus (1823–1917), Militär, Diplomat
- 1849: August Willich, (1810–1878), Revolutionär, später General der Union
- um 1849: Karl Pfizer (1824–1906), Chemiker, Mitgründer der Firma Pfizer
- 1850: Eduard Degener (1809–1890), Kaufmann und Politiker, erster deutscher Abgeordneter im US-Kongress (1869–1871)
- 1850: Lorenz Brentano (1813–1891), Jurist, Kongressabgeordneter, Konsul
- 1850: Eduard Georg Schröter (1811–1888), Revolutionär, Schriftsteller, Theologe
- 1851: August Siemering (1830–1883), Politiker, Schriftsteller, Journalist und Zeitungsverleger („Vater der texanischen Presse“)
- 1851: Gustav Struve (1805–1870), Revolutionär; Republikaner
- 1851: Henry E. Steinway (1797–1871), Klavierbauer (Steinway and Sons)
- 1852: Franz Sigel (1824–1902), Offizier, General der Nordstaaten, Zeitungsverleger
- 1852: Carl Schurz (1829–1906), Revolutionär, Minister
- 1852: Adolph Douai (1819–1888), Journalist, Autor, Zeitungsverleger, Sozialreformer (Marxist) und Pädagoge; Gründer des ersten Kindergartens der USA
- 1853: Andreas Friedrich Trenckmann (1809–1883), Farmer und Gründungspräsident des ältesten landwirtschaftlichen Vereins in Texas
- 1853: Rudolph Melchior (1836–1867), deutscher Kunsthandwerker und Mitbegründer von Latium (Texas) im Washington County
- 1853: Henry Villard (eigentlich Ferdinand Heinrich Gustav Hilgard), Unternehmer, Investor (Eisenbahn, Presse, Elektroprodukte)
- 1856: Moritz von Dobschütz (1831–1913), Kaufmann und Unternehmer
- 1857: Peter Conrad Nagel (1825–1911), Pfarrer in Wilkes-Barre, Pennsylvania
- 1857: Samuel Adler (Rabbiner) (1809–1891), Oberhaupt der führenden jüdischen Reformgemeinde in den USA
- 1857: Adolphus Busch, Brauereibesitzer (Anheuser-Busch)
- 1858: John Janssen (1835–1913), römisch-katholischer Theologe und erster Bischof von Belleville, Illinois
- 1868: Bernhard Ziehn (1845–1912), Musiktheoretiker
- 1872: Ottmar Mergenthaler (1854–1899), Erfinder der Linotype-Setzmaschine
- 1873: Oscar Mayer, Fleischfabrikant
- 1880: Wilhelm Hasselmann (1844–1916), sozialdemokratischer Politiker, wegen sozialrevolutionär-anarchistischer Ambitionen aus der SPD-Vorläuferpartei ausgeschlossen
- 1882: Johann Most (1846–1906), ursprünglich sozialdemokratischer Politiker, dann Anarchist, sozialrevolutionärer Agitator
- 1884: Carl Laemmle (1867–1939),gehörte er zu den mächtigsten Studiobossen seiner Zeit und gilt als Gründer Hollywoods.
- 1889: Charles P. Steinmetz (1865–1923), Elektroingenieur, Sozialist
- 1891: Jacques Loeb (1859–1924), Biologe
- 1891: Wilhelm Middelschulte (1863–1943), Organist, Komponist
20. Jahrhundert
- Hugo Bertsch (1851–1935), Kürschner, Arbeiterdichter (Romancier)
- 1904: Max Kade (1882–1967), Pharmaunternehmer, Kunstsammler, Mäzen
- 1923: Otto Kuhler (1894–1977), Künstler und Designer
- 1926: Friedrich Wilhelm Murnau (1888–1931), Filmregisseur
- 1933: Albert Einstein (1879–1955), Physiker
- 1933: Paul Tillich (1886–1965), Theologe
- 1933: Eugen Rosenstock-Huessy (1888–1973), Publizist
- 1933: James Franck (1882–1964), Physiker
- 1934: Rudolf Schindler (1888–1968), Chirurg
- 1935: Hans Bethe (1906–2005), Kernphysiker
- 1937: Lyonel Feininger (1871–1956), Maler
- 1937: Walter Gropius (1883–1969), Architekt
- 1938: Karl Wilhelm Meissner (1891–1959), Physiker
- 1938: Henry Kissinger (* 1923), US-Außenminister
- 1938: Klaus Mann (1906–1949), Schriftsteller
- 1939: Marlene Dietrich (1901–1992), Schauspielerin
- 1940: Hannah Arendt (1906–1975), Philosophin
- 1941: Franz Schoenberner (1892–1970), Redakteur und Schriftsteller
- 1947: Erich Maria Remarque (1898–1970), Schriftsteller
- 1947: Max Beckmann (1884–1950), Maler
- 1947: Jan Valtin (1905–1951), Schriftsteller
- 1949: Wernher von Braun (1912–1977), Raketenkonstrukteur
- 1950er: Reinhard Lettau (1929–1996), Schriftsteller
- 1957: Margot Scharpenberg (* 1924), Schriftstellerin
Einrichtungen für Deutschamerikaner
Verein
Der Traditionspflege der deutsch-amerikanischen Gemeinschaft hat sich die 1977 in Philadelphia gegründete German-American Heritage Foundation verschrieben.[4]
Bildungseinrichtungen
- Institute for German-American Relations
- Das Institut ist ein Informations- und Diskussionszentrum über deutsch-amerikanische Beziehungen und stellt Schulen Unterrichtsmaterial bereit.
- Deutsch-Amerikana-Sammlung an der Universität Cincinnati.
- American Council of Learned Societies
- American Association of Teachers of German, Inc.
Deutsche Zeitschriften und Zeitungen
Die ersten deutschsprachigen Zeitungen erschienen auf dem nordamerikanischen Festland bereits in der Kolonialzeit. So berichtete am 5. Juli 1776 der Pennsylvanische Staatsbote noch vor allen englischsprachigen Zeitungen, dass der Kontinentalkongress sich entschieden habe, die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung anzunehmen. Als die Deutschamerikaner während des Ersten Weltkrieges unter Druck standen, ihren Patriotismus unter Beweis zu stellen, und daher ihre deutschsprachigen Zeitungen nicht mehr kauften, mussten viele davon ihr Erscheinen einstellen. Einige deutschamerikanische Zeitungen erscheinen bis heute. Die älteste davon ist die seit 1834 erscheinende New Yorker Staats-Zeitung.[5]
- Indiana Volksblatt. Julius Bötticher, Indianapolis.
- Dakota Freie Presse. New Ulm Minn 1874ff.
- Hiwwe wie Driwwe. Privatarchiv Pennsylvaniadeutscher Literatur, Ober-Olm 1.1997ff.
Quellenangaben
- ↑ German-American Heritage Foundation of the USA
- ↑ US-Volkszählung 1990
- ↑ US demographic census. Abgerufen am 15. April 2007..
- ↑ Webseite der Einrichtung
- ↑ Deutsche in Amerika > Die Deutsche Sprache in Amerika
Siehe auch
- Austro-Amerikaner
- Deutsch-amerikanische Beziehungen
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche Überseewanderung
- Einwanderung in die USA
- Latin Settlement
- Deutsche Siedlungen im Ausland
Literatur
- Christian Gellinek: Those Damn’ Dutch. The Beginning of German immigration in North America during the Thirty Years’ War. Camous, Frankfurt am Main 1996. ISBN 3-593-35452-7
- Johannes Gillhoff: Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer. Evangelische Buchgemeinde, Stuttgart 1917, Verlag BS, Rostock 2006. ISBN 3-89954-219-3
- Don Heinrich Tolzmann: Die Deutsch-Amerikana-Sammlung an der Universität von Cincinnati. In: Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik, Nr. 423. Stuttgart: Hans-Dieter Heinz 2004 [2005], S. 447–458, ISBN 3-88099-428-5