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J. League

Logo der J. League

Die J. League (japanisch: Jリーグ, offiziell: 日本プロサッカーリーグ) ist die oberste Herren-Fußballliga in Japan.

In der Saison 2005 gehörten ihr in zwei Divisionen insgesamt 30 Vereine an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Beschluss über die Gründung der J. League wurde 1992 gefasst. Im darauffolgenden Jahr wurde der Spielbetrieb, zunächst mit zehn Mannschaften, aufgenommen. Diese stammten aus der Amateurliga, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden war und hauptsächlich aus Werksmannschaften großer japanischer Unternehmen (wie zum Beispiel Toyota, Mitsubishi, Hitachi) bestand. Diese wurden aber durchwegs mit neuen, moderneren Namen versehen (dem Auftritt der Mannschaften standen zweifelsohne die Teams der US-amerikanischen Profiligen NBA, NFL, Major League Baseball etc. zum Vorbild, die Namen wurden zumeist dem Italienischen oder Spanischen entlehnt, um die Vereine zu europäisieren) und bekamen Maskottchen, welche zumeist zwischen 1992 und 1995 von Sony Entertainment designt wurden. Die neue Serie war von Anfang an ein großer Publikumserfolg, sodass beinahe jährlich neue Mannschaften hinzukamen, bis die J. League 1998 18 Vereine zählte. In den Anfangsjahren heuerten viele bekannte, ältere Profis aus Europa und Südamerika in Japan an und hoben, angelockt durch üppige Gehälter, das Spielniveau sehr schnell an.

Bekannte Fußballspieler in der J. League
  • Flagge Brasiliens Zico – Kashima Antlers (1993–1994)
  • Flagge Deutschlands Guido Buchwald – Urawa Red Diamonds (1994–1997)
  • Flagge Deutschlands Pierre Littbarski – JEF United Ichihara Chiba (1993–1995)
  • Flagge Dänemarks Michael Laudrup – Vissel Kobe (1996–1997)
  • Flagge Serbiens Dragan Stojković – Nagoya Grampus Eight (1994–2001)
  • Flagge von Cameroon Patrick Mboma – Gamba Osaka (1997–1998), Tokyo Verdy (2003–2004), Vissel Kobe (2004–2005)
  • Flagge Bulgariens Hristo Stoichkov – Kashiwa Reysol (1998–1999)
  • Flagge Englands Gary Lineker – Nagoya Grampus Eight (1993–1994)
  • Flagge Brasiliens Dunga – Jubilo Iwata (1995–1998)
  • Flagge Österreichs Mario Haas – JEF United (2005–2006)
  • Flagge Kroatiens Flagge Österreichs Ivica Vastić – Nagoya Grampus Eight (2002–2003)

Japanische Mannschaften zählen seither zu den besten Klubmannschaften in den wenigen asiatischen Wettbewerben. Dem dadurch entstehenden Kostendruck konnten viele der kleineren Vereine nicht standhalten; nur mit Mühe gelang es, beispielsweise durch Fusionen, den Konkurs einzelner Vereine zu verhindern.

Als Reaktion darauf wurde 1999 eine Zweiklassen-Struktur geschaffen: die zwei schlechtesten Mannschaften der J. League formten mit zehn Aufsteigern die J. League Division 2 (kurz: J2), an die weniger strenge wirtschaftliche Kriterien gestellt wurden. So konnten sich auch in kleineren Städten Profivereine etablieren. Bis ins Jahr 2004 hat sich diese Aufteilung bewährt.

Consadole gegen Avispa – eine Szene aus der J. League Division 2

Nachdem das Zuschauerinteresse 1998 den Tiefststand erreicht hatte, konnten sich die Zuschauerzahlen bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan erholen und sind seither stetig gestiegen. Die Rolle als Ruhesitz verdienter ehemalige Profi-Fußballspieler aus Europa hat die J. League inzwischen an die Ligen der Arabischen Halbinsel abgegeben. Nun spielen wieder, wie zu Zeiten vor der Gründung der J. League, die einheimischen Profis die Hauptrolle.

Aufbau der J. League

Bis 2004 wurde die Meisterschaft in einem sowohl für Europäer (wo zumeist eine Liga mit Hin- und Rückrunde gespielt wird und der Tabellenerste nach dem letzten Spieltag Meister ist), als auch für Amerikaner (wo ein mehrwöchiges Play-Off-Turnier den Meister ermittelt) ungewöhnlichen Verfahren entschieden: der Herbstmeister, der Sieger der Hinrunde, trifft in einem separaten Finale mit Hin- und Rückspiel auf den Sieger der Rückrunde. Dieses Suntory Championship genannte Finale findet nicht statt, wenn eine Mannschaft Hin- und Rückrunde gewonnen hat.

Auf- und Abstieg zwischen J1 und J2 waren zur selben Zeit wie folgt geregelt: die beiden Letzten der J1 (diesmal in der Ganzjahrestabelle) tauschten die Plätze mit den ersten beiden der J2, falls diese die strengen Anforderungen an Wirtschaftskraft und Stadionkapazität erfüllten, was zumeist der Fall war.

Für die Saison 2005 (die J. League-Saison geht von Frühling bis Winter, wie in vielen Ländern Nordeuropas) wurden folgende Änderungen beschlossen: Die J1 wird wieder auf 18 Mannschaften aufgestockt und der Meister wie in Europa üblich nach der Jahrestabelle ermittelt, auch die J2, in der die zwölf Mannschaften sonst 44 Spieltage in vier Runden absolvieren, soll bald aufgestockt und auf zwei Runden umgestellt werden. Zusätzlich zu den zwei festen Auf- und Absteigern wird es ein Relegationsspiel zwischen dem drittletzten der J1 und dem dritten der J2 geben.

Ab der Saison 2009 ist die Division 2 auf 18 Mannschaften aufgestockt worden. Neu hinzugekommen sind die Mannschaften Tochigi SC, Kataller Toyama und Figiano Okayama FC.

Die dritte Profiliga unterhalb der J. League ist die Japan Football League.

Mannschaften der J. League (Saison 2009)

J. League Division 1

Folgende 18 Mannschaften kämpfen 2009 um den Meistertitel ; die Gründungsmitglieder von 1993 sind mit einem (*) gekennzeichnet.

LogoVereinJapanischer NameAnmerkungen
Kashima Antlers (*)鹿島アントラーズ
Kashima antorāzu
6 Meisterschaften
Meister 2008
Kawasaki Frontale川崎フロンターレ
Kawasaki Furontāre
Nagoya Grampus (*)名古屋グランパスエイト
Nagoya Guranpasu
bis 2008 Nagoya Grampus Eight
Oita Trinita大分トリニータ
Ōita torinīta
Shimizu S-Pulse (*)清水エスパルス
Shimizu Esuparusu
FC TokyoFC東京
Efu shī Tōkyō
Urawa Red Diamonds (*)浦和レッドダイヤモンズ
Urawa Reddo Daiyamonzu
1 Meisterschaft
Gamba Osaka (*)ガンバ大阪
Gamba Ōsaka
1 Meisterschaft
Yokohama F. Marinos (*)横浜F・マリノス
Yokohama Efu Marinosu
3 Meisterschaften
1993 noch Yokohama Marinos
Vissel Kobeヴィッセル神戸
Visseru Kōbe
Kashiwa Reysol柏レイソル
Kashiwa Reisoru
Omiya Ardija大宮アルディージャ
Ōmiya Arudīja
Albirex Niigataアルビレックス新潟
Arubirekkusu Niigata
Kyoto Sanga F.C.京都サンガF.C.
Kyōto Sanga Efushī
JEF United Ichihara Chiba (*)ジェフユナイテッド市原・千葉
Jefu Yunaiteddo Ichihara Chiba
Júbilo Iwataジュビロ磐田
Jubiro Iwata
3 Meisterschaften
Sanfrecce Hiroshima (*)サンフレッチェ広島
Sanfuretche Hiroshima
Aufsteiger 2009
Montedio Yamagataモンテディオ山形
Aufsteiger 2009

Das zehnte Gründungsmitglied, die Yokohama Flügels, stellte 1999 den Spielbetrieb ein. Offiziell fusionierten Marinos und Flügels zu den F. Marinos).

J. League Division 2

LogoVereinJapanischer NameAnmerkungen
Tokyo Verdy東京ヴェルディ
Tōkyō verudi
2 Meisterschaften
Absteiger 2009
Consadole Sapporoコンサドーレ札幌
Konsadōre Sapporo
Absteiger 2009
Vegalta Sendaiベガルタ仙台
Begaruta Sendai
Cerezo Osaka (*)セレッソ大阪
Seresso Ōsaka
Shonan Bellmare湘南ベルマーレ
Shōnan berumāre
Sagan Tosuサガン鳥栖
Sagan Tosu
Ventforet Kofuヴァンフォーレ甲府
Vanfōre Kōfu
Avispa Fukuokaアビスパ福岡
Abisupa Fukuoka
Thespa Kusatsuザスパ草津
Zasupa Kusatsu
Yokohama FC横浜FC
Yokohama Efushī
Mito Hollyhock水戸ホーリーホック
Mito Hōrīhokku
Roasso Kumamotoロアッソ熊本
Roasso Kumamoto
FC GifuFC岐阜
Efu Shī Gifu
Ehime FC愛媛FC
Tokushima Vortis徳島ヴォルティス
Tokushima Vorutisu
Tochigi SC栃木S.C.
Tochigi Esu Shī
Aufsteiger 2009
Kataller Toyamaカターレ富山
Katāre Toyama
Aufsteiger 2009
Fagiano Okayama FCファジアーノ岡山FC
Aufsteiger 2009

Die J. League Division 2 wurde zur Saison 2009 von 15 auf 18 Mannschaften aufgestockt.

Rekordmeister

VereinTitel
Kashima Antlers6
Yokohama F. Marinos3
Júbilo Iwata3
Tokyo Verdy2
Urawa Red Diamonds1
Gamba Osaka1

(Stand:2007)

Meister seit Gründung

Die erstgenannte Mannschaft ist jeweils der Gewinner der Hinrunde, die zweitgenannte der Gewinner der Rückrunde. Der japanische Meister ist fett geschrieben.

  • 1993: Kashima Antlers – Verdy Kawasaki 0-2, 1-1
  • 1994: Sanfrecce Hiroshima – Verdy 0-1, 0-1
  • 1995: Yokohama F Marinos – Verdy 1-0, 1-0
  • 1996: Kein Finale, sondern normale Ein-Jahres-Liga. Kashima Antlers werden Meister vor Nagoya Grampus Eight. Auf Grund des geringen Interesses der Zuschauer entscheidet man, den alten Modus wieder einzuführen
  • 1997: Antlers – Jubilo Iwata 2-3, 0-1
  • 1998: Jubilo – Antlers 1-2, 1-2
  • 1999: Jubilo – Shimizu S-Pulse 2-1, 2-1, Elfmeterschießen: 4-2
  • 2000: Marinos – Antlers 0-0, 0-3
  • 2001: Jubilo – Antlers 2-2, 0-1 nach Verlängerung
  • 2002: Kein Finale: Jubilo gewinnt beide Runden.
  • 2003: Kein Finale: Die Marinos gewinnen beide Runden
  • 2004: Marinos – Urawa Red Diamonds 1-0, 0-1, Elfmeterschießen: 4-2
  • 2005: Am Letzten Spieltag kämpfen noch fünf Mannschaften um den Titel, die Tabellenführung wechselt vier Mal, zuletzt noch in der Nachspielzeit. Letztendlich kann sich Gamba Osaka vor den Urawa Reds den Titel sichern.
  • 2006: Urawa Red Diamonds
  • 2007: Kashima Antlers
  • 2008: Kashima Antlers

Siehe auch

Offizielle Seite (englisch)

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