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Nisibis

Nisibis’ Lage in der Türkei

Nisibis (assyrisch Naṣībīna, moderner Name Nusaybin; zur modernen Geschichte siehe dort) ist eine antike Stadt im oberen Mesopotamien im heutigen Bezirk Nusaybin der türkischen Provinz Mardin an der türkisch-syrischen Grenze.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ruinen der Sankt Jakobskirche in Nusaybin

Die Stadt Nisibis ist seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. belegt. 901 zog der assyrische König Adad-nirari II. gegen den Temaniten Nūr-Adad von Nisibis zu Felde. Ab der Mitte des 9. Jh. v. Chr. bis 612 v. Chr. ist sie als assyrische Provinzhauptstadt belegt.

Nisibis gelangte im 2. Jahrhundert n. Chr. unter römische Herrschaft und war in der Spätantike aufgrund der günstigen Lage und ihrer wirtschaftlichen und militärischen Bedeutung zwischen Rom und dem Sassanidenreich heftig umkämpft. Die Stadt wechselte wiederholt den Besitzer. 298 wurden im Frieden von Nisibis wichtige Teile Nordmesopotamiens römisch, und die Stadt wurde als einer von drei Orten bestimmt, in denen der Handel zwischen den beiden Großmächten stattfinden durfte. Der Perserkönig Schapur II. belagerte die Stadt im vierten Jahrhundert dreimal vergeblich (338, 346 und 350), doch nach dem gescheiterten Persienfeldzug des Kaisers Julian musste dessen Nachfolger Jovian Nisibis in dem darauffolgenden Friedensvertrag von 363 den Sassaniden überlassen. Die meisten römischen Einwohner mussten die Stadt verlassen, darunter auch der Kirchenlehrer Ephräm der Syrer; diese Schmach blieb lange unvergessen. Noch über 120 Jahre später sollten die Oströmer die Rückgabe des Ortes verlangen, und im 6. Jahrhundert versuchten kaiserliche Truppen mindestens zweimal (543 und 572) vergeblich, Nisibis zu erobern. 591 gelangte Nisibis wieder unter römischer Kontrolle und war zur Zeit Chosraus II. schwer umkämpft.

Nisibis war seit dem frühen 5. Jahrhundert Sitz eines Metropoliten und wurde später nestorianisch. Die Stadt, ein wichtiges religiöses und – seit dem Umzug der berühmten Schule von Edessa nach Nisibis 489 (siehe Schule von Nisibis) – akademisches Zentrum, wurde 639 oder 640 im Zuge der islamischen Expansion durch die Araber erobert und wurde in der Folgezeit, von einigen Episoden abgesehen, von Moslems kontrolliert.

Vermutlich war Nisibis einer der Orte, an denen das Wissen der griechisch-römischen Antike besonders intensiv an die arabischen Eroberer weitergegeben wurde. Seit einem schweren Erdbeben im Jahr 717 verlor die Stadt, die bereits unter dem Wegfall des Grenzhandels zwischen Römern und Persern gelitten hatte, stark an Bedeutung.

Nach Persern und Arabern herrschten kurzfristig die Byzantiner und ab 1515 die Osmanen über die Stadt (siehe Nusaybin).

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Arthur Vööbus: History of the School of Nisibis. Louvain 1965.
  • J.-M. Fiey: Nisibe, métropole syriaque orientale et ses suffragants des origines à nos jours (CSCO 388). Louvain 1977.
  • Hendrik J. W. Drijvers: Nisibis. In: Theologische Realenzyklopädie 24 (1994), S. 573–576.

Weblinks zu zu

37.0741.214444444444Koordinaten: 37° 4′ N, 41° 13′ O

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