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Rabaul

Rabaul
Staat: Papua-Neuguinea
Provinz: East New Britain
Gegründet:2000
Koordinaten:4° 12′ S, 152° 10′ O-4.204588152.170094Koordinaten: 4° 12′ S, 152° 10′ O
 
Einwohner:7.024 (2009)
Zeitzone:AEST (UTC+10)
DEC
Rabaul
Der Hafen von Rabaul vom nahegelegenen Rabauler Vulkan aus gesehen.

Rabaul (dt. bis 1918: Simpsonhafen) ist eine Stadt in Papua-Neuguinea mit 3.885 Einwohnern im Jahr 2000. Es war Hauptstadt der Provinz East New Britain und liegt am nördlichsten Punkt der Insel Neubritannien, die in zwei Provinzen aufgeteilt ist. Rabaul ist eine Hafenstadt an der Seestraße Saint George’s Channel, welche die Bismarck-See mit der Salomonensee verbindet.

Die Stadt liegt am Fuß des Tavurvur und seines Nachbargipfels Matupit auf der Vulcan-Insel, zwei noch tätigen Vulkankratern. Vulcan ist eine Insel, die 1878 nach dem Ausbruch des Matupit im Hafen auftauchte und während eines erneuten Ausbruchs am 28. Mai 1937 von einer Seite des Hafens zur anderen wanderte. Damals starben 200 Menschen.

Der Tavurvur brach am 19. September 1994 aus und zerstörte einen Großteil der Stadt. Das Vorwarnsystem funktionierte gut und die Bevölkerung konnte rechtzeitig evakuiert werden. Da die Vulkane bis April 1995 weiterhin Lava und Asche ausstießen, siedelten sich die meisten Einwohner in den auf der anderen Seite der Rabaul-Bucht liegenden Orten Kokopo und Vunamami an. In der Folge wurde Kokopo Provinzhauptstadt, da der Ort auf Grund seiner geschützten Lage mehr Sicherheit bot.[1]

Ein weiterer Ausbruch am 7. Oktober 2006 8:45 AEST brachte wieder Asche über das Land. Rabaul musste erneut evakuiert werden und die Asche wurde bis nach Kokopo getragen.

Rabauls Einwohnerschaft sank so zwischen 1990 und 2000 von knapp 15.000 auf unter 4.000 Personen, während die Ortschaften Kokopo und Vunamami zusammenwuchsen und ihre Einwohnerschaft von gut 3.000 im Jahr 1990 auf über 20.000 im Jahr 2000 stieg.

Geschichte

Rabaul wurde um den Simpsonhafen gegründet und ist auch unter diesem Namen bekannt. Es war ab 1910 Sitz des Gouverneurs von Deutsch-Neu-Guinea. Aus dieser Zeit stammt (neben Küchendeutsch in Namibia) die zweite deutsche Kreol-Sprache, das Unserdeutsch (auch Rabaul Creole German), das noch heute um Rabaul sowie im Umland von Brisbane von einigen Personen gesprochen wird.

Rabaul während der japanischen Besetzung
US-Luftangriff auf Rabaul

Rabaul wurde von der deutschen Verwaltung als schöne Stadt mit breiten Alleen und großen Gärten geplant. Es war bis zum Vulkanausbruch von 1937 größte Stadt des Territoriums und bis 1945 Hauptstadt.

Die Stadt spielte eine wichtige Rolle im Pazifikkrieg während des Zweiten Weltkriegs bei den Kämpfen zwischen Japan und den USA. Die 8. Regionalarmee der Japaner überwältigte am 23. Januar 1942 in der Schlacht um Rabaul die dort stationierte kleine australische Garnison und baute die Stadt zur Festung und einer gigantischen, teils unterirdischen Nachschubbasis aus. Als Unterschlupf dienten die Berge im Hinterland der Stadt, die aus Bimsstein bestehen. Dort ließ die japanische Armee von Einheimischen und Kriegsgefangenen aus Singapur Tunnel in einer Gesamtlänge von mehr als 500 km graben, die als Nachschublager, Truppenzwischenlager und auch als Lazaretts (hiervon allein 15) dienten. Eines hatte eine Länge von mehr als vier km und eine Aufnahmekapazität von 2.500 Patienten. Dazu kamen fünf Start- und Landebahnen, eine Station für Wasserflugzeuge, eine U-Boot-Basis und ein Militärhafen. Rabaul war zeitweise mit bis zu 200.000 Soldaten besetzt.

Von hier aus traten die Japaner ihre Feldzüge gegen Neuguinea und die Salomonen an. Sie versorgten ihre Truppen am Kokoda Track in der Milne Bucht und auf Bougainville. Auch die Eroberung des australischen Kontinents von Rabaul aus war langfristig geplant. Bedingt durch die Stärke des japanischen Stützpunktes umgingen die Amerikaner Rabaul und isolierten ihn. Erst 1945 konnte die US-Armee Rabaul erobern. Bei der Einnahme versank eine gewaltige Armada im Meer vor Rabaul: vier U-Boote, 154 große und 587 kleinere Schiffe – heute eine große Attraktion für Taucher. Nach Kriegsende führte die Kolonialmacht die meisten ihrer Kriegsverbrecherprozesse in Neu-Guinea, nämlich 188 dort durch. Von den 390 Angeklagten dort wurden 266 verurteilt und 124 freigesprochen.[2]

Nach dem Krieg bis etwa 1960 kam für Rabaul mit hohen Kopra-Preisen eine neue multikulturelle Blütezeit. Später verließen aus Angst vor der Unabhängigkeit viele der aus der Volksrepublik China und Europa stammenden Pflanzer und Händler mit ihren Familien die Stadt.

Einzelnachweise

  1. http://www.lgma.org.au/national/resources/news/KOKOPO.pdf
  2. Piccigallo, Philip; The Japanese on Trial; Austin 1979; ISBN 0-292-78033-8 (Kap. 7 „Australia and Others“)

 Commons: Rabaul – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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