Sikkim
| Sikkim – सिक्किम | |
|---|---|
| Status: | Bundesstaat |
| Hauptstadt: | Gangtok (32.000 Einwohner) |
| Fläche: | 7.096 km² |
| Einwohner: | 640.000 (2008) |
| Bevölkerungsdichte: | 90 Einwohner je km² |
| Sprachen: | Nepali, Bhutia, Lepcha, Limbu (Amtssprachen); Englisch (de facto Amtssprache); Hindi, Sherpa, Tamang, Rai, weitere tibetobirmanische Sprachen, Bengalisch |
| Religionen: | Hinduismus (60,9 %), Buddhismus (28,1 %), Christentum (6,7 %), Islam (1,4 %), andere |
| ISO 3166-2: | IN-SK |
| Website: | sikkim.gov.in |
| Karte | |
Sikkim (nepali: सिक्किम) ist ein indischer Bundesstaat im südlichen Himalaya zwischen Nepal, China und Bhutan.
Er umfasst eine Fläche von 7.096 km² mit 640.115 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2008). Die Hauptstadt Sikkims ist Gangtok.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Sikkim grenzt im Süden an den nördlichsten Teil des indischen Bundesstaats Westbengalen, sowie im Westen an Nepal, im Nordosten an China und im Südosten an Bhutan.
Der dritthöchste Berg der Erde, der Kangchendzönga (8.586 m), liegt auf der Grenze zwischen Sikkim und Nepal. Der größte Fluss in Sikkim ist der Tista.
Verwaltungseinteilung:
Sikkim ist in 4 Distrikte (East, West, North, South) eingeteilt mit den jeweiligen Hauptstädten Gangtok, Geyzing, Mangan and Namchi. Jedem Distrikt steht ein district collector, der von der Zentralregierung ernannt wird, vor. Viele Gebiete stehen jedoch unter Kontrolle der indischen Armee und dürfen nur mit Sondergenehmigung betreten werden.
Größte Städte
(Stand: Volkszählung 2001)
| Stadt | Einwohner |
|---|---|
| Gangtok | 29.162 |
| Upper Tadong | 14.670 |
| Singtam | 5.431 |
| Rangpo | 3.724 |
| Jorethang | 2.968 |
| Mangan | 1.248 |
Geschichte
Aufgrund seiner exponierten Lage, die einen guten Zugang von Indien nach Tibet ermöglichte, erlangte Sikkim frühzeitig strategische Bedeutung. 1641 wurde Sikkim Königreich. 1817 erlangte die Britische Ostindien-Kompanie auf der Grundlage der militärischen Überlegenheit der britischen Armee im Rahmen eines indirekten Protektorats die Oberhoheit über Sikkim.
1835 trat der Chogyal (König) von Sikkim einen Teil der Region Darjiling an Großbritannien ab; 1849 und 1861 erlitt er weitere Gebietseinbußen zu Gunsten der Briten. Die Regierung Großbritannien nahm hierfür eine diplomatisch unkluge Gefangennahme einiger Menschen mit britischer Staatsangehörigkeit zum Anlass. Weiterhin musste den Briten volle Handelsfreiheit zugestanden werden. Dennoch gingen in der Folgezeit Einfuhr und Ausfuhr (meist Holz) stark zurück. 1861 wurde Sikkim ein unmittelbares britisches Protektorat.
Anfang 1888 fielen Tibeter in das Land ein und besetzten das Fort Lingtu. Die Besatzer wurden jedoch durch ein vom Vizekönig von Indien sofort ausgesandtes Expeditionskorps wieder vertrieben. Der Raja, ein Pensionär der englischen Regierung, der aber den Tibetern nahe stand, wurde danach von den Briten noch weiter beschränkt, während die chinesische Regierung die Handlungsweise ihrer Beamten desavouierte. Zu jener Zeit hatte Sikkim 50.000 Einwohner, die überwiegend dem Volksstamm der Lepcha angehörten. 1918 erhielt Sikkim die volle Selbstverwaltung.
Am 5. Dezember 1950 wurde Sikkim von Indien gezwungen, erneut einen Protektoratsvertrag zu unterzeichnen. Nur damit konnte Sikkim zu der Zeit der völligen Annexion durch Indien entkommen. 1973 kam es zu einem Umsturzversuch durch die nepalesische Bevölkerungsgruppe in Sikkim. Daraufhin marschierten indische Truppen ein. In Sikkim wurde die konstitutionelle Monarchie eingeführt. 1974 erhielt Sikkim den Status eines assoziierten Staates der indischen Union.
Am 14. April 1975 wurde eine von Indien stark beeinflusste Volksbefragung durchgeführt, bei der sich von ca. 97.000 Wahlberechtigten 60.000, für einen Beitritt zur Indischen Union aussprachen. Nur 1.500 Stimmberechtigte stimmten gegen den Beitritt. Am 16. Mai 1975 erklärte Sikkim unter der Führung des Chief Ministers Kazi Lhendup Dorji Khangsarpa seinen Beitritt zu Indien als dessen 22. Bundesstaat. Der anschließende Streit zwischen Indien und dem benachbarten China um die Anerkennung dieses Schritts wurde erst im April 2005 vertraglich beigelegt.
siehe auch: Liste der Könige von Sikkim
Politik
- Amtierender Chief Minister ist seit 1994 Pawan Kumar Chamling.
siehe auch: Liste der Chief Minister von Sikkim
Bevölkerung
Sprachen
Die wichtigsten Landessprachen sind Nepali (Nepalesisch), Lepcha, Limbu und Bhutia (ein südtibetischer Dialekt), die neben den überregionalen Amtssprachen Indiens, Hindi und Englisch auch als Amtssprachen dienen.[1] Sikkim war bis 1975 ein unabhängiges Königreich.
| Sprachen in Sikkim[2] | ||
|---|---|---|
| Sprache | Sprachfamilie | Anteil |
| Nepali | Indoarisch | 62,98 % |
| Bhutia (Bhotia) | Tibetobirmanisch | 7,73 % |
| Hindi (einschl. nahe verwandter Sprachen) | Indoarisch | 6,71 % |
| Lepcha | Tibetobirmanisch | 6,61 % |
| Limbu | Tibetobirmanisch | 6,34 % |
| Sherpa | Tibetobirmanisch | 2,57 % |
| Tamang | Tibetobirmanisch | 1,87 % |
| Rai | Tibetobirmanisch | 1,64 % |
| Bengalisch | Indoarisch | 1,18 % |
| Urdu | Indoarisch | 0,54 % |
| Tibetisch | Tibetobirmanisch | 0,37 % |
Literatur
- Jürgen C. Aschoff: Tibet, Nepal und der Kulturraum des Himalaya (mit Ladakh, Sikkim und Bhutan). Kommentierte Bibliographie deutschsprachiger Bücher von 1627 bis 1990 (Aufsätze bis zum Jahre 1900); Dietikon/ZH: Garuda-Verlag, 1992; ISBN 3-906139-07-7
- Blanche Christine Olschak: Sikkim – Himalayastaat zwischen Gletschern und Dschungeln; Zürich: Schweizer Verlags-Haus, 1965
- Gabriele Fritz, Dimitri Gerasimou: Sikkim, Darjeeling & Kalimpong. Verstecktes Land im Himalaya; Langenberg: DeGe-Verlag, 1997; ISBN 3-9803677-2-X
Alpinismus:
- Heiko Klein, Sabine Riese: Trekking in Sikkim und Darjeeling. Bericht über eine 4-wöchige Reise in den Nordosten Indiens; Oberursel: Klein-Riese; Norderstedt: Books on Demand, 2001; ISBN 3-8311-2417-5
- Roger Payne: Emerging from the Mists. The sublime alpine peaks of Sikkim, India. In: The American Alpine Journal. 2008, S. 112–127 (pdf, www.rogerpayne.info, Abgerufen am 6. Februar 2009).
- Willi Senft, Bert Katschner: Bhutan, Ladakh und Sikkim. Bergwandern im tibetischen Kulturkreis; Leopold Stocker Verlag, Graz, Stuttgart 1979; ISBN 3-7020-0332-0
Einzelnachweise
- ↑ Sikkim Code Volume 1: Sikkim Official Languages Act 1977 (S. 134 des pdf-Dokuments)
- ↑ Prozentuale Anteile nach der indischen Volkszählung von 2001
Commons: Sikkim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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