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Tanzwut

Dieser Artikel befasst sich mit der historischen Erscheinung; für die gleichnamige Band, siehe Tanzwut (Band).

Der Ausdruck Tanzwut (lat. Epilepsia saltatoria) bezeichnet eine Erscheinung im 14. und 15. Jahrhundert, die von den Schriftstellern als Tanzwut oder Tanzplage beschrieben worden ist. Sie wurde als eine epidemische Volkskrankheit des Mittelalters bezeichnet. Vom religiösen Wahnsinn ergriffen, tanzten Menschen, bis ihnen Schaum aus dem Mund quoll und andere Wunden auftraten. Die Ursachen für dieses Phänomen sind noch nicht geklärt, man vermutet jedoch, dass die halluzinogene Wirkung pflanzlicher Drogen, wie der Engelstrompete oder Vergiftungserscheinungen des Mutterkorns im Getreide ursächlich sind. Ursprünglich war die Tanzwut als Veitstanz bekannt, welcher heute jedoch die erbliche Krankheit Chorea Huntington bezeichnet. Die Bezeichnung “Veitstanz” bezieht sich auf den “Heiligen Veit“, da dieser in solchen Fällen um Hilfe gebeten wurde.[1] [2]

Inhaltsverzeichnis

Tanzwut während der großen Pestepidemie

Während der Zeit des Schwarzen Todes im vierzehnten Jahrhundert war eine Art der Tanzwut ein vielfach aus Verzweiflung beschrittener Weg, dem Bewusstsein der Bedrohung durch die Epidemie zu entgehen. Die Menschen tanzten so lange, bis sie in Ekstase verfielen, die ihr Müdigkeits- oder Erschöpfungsgefühl ausschaltete. Dadurch konnten sie so lange fortfahren, bis sie vor Erschöpfung zusammenbrachen oder sogar starben. Auch hier wird von einer drogeninduzierten Vergiftung ausgegangen.

Siehe auch: Totentanz

Literatur

  • Hecker, Justus Friedrich Karl: Die Tanzwuth, eine Volkskrankheit im Mittelalter. Nach den Quellen für Aerzte und gebildete Nichtärzte bearbeitet von Dr. J. F. C. Hecker. Berlin: Enslin 1832. [Mit Notenbeispielen] [1] .

Einzelnachweise

  1. http://sphinx-suche.de/lexpara/veitstan.htm
  2. http://www.heiligenlexikon.de/BiographienV/Vitus_Veit.htm

Stefan Winkle: Die Tanzwut – Echte und scheinbare Enzephalitiden (4,7 MB)

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