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Brother Film

Filmdaten
Deutscher Titel:Brother
Originaltitel:Brother
Produktionsland:Japan,
Großbritannien,
Vereinigte Staaten
Erscheinungsjahr:2000
Länge:109 Minuten
Originalsprache:Englisch,
Japanisch
Altersfreigabe:FSK 18
Stab
Regie:Takeshi Kitano
Drehbuch:Takeshi Kitano
Produktion:Masayuki Mori,
Jeremy Thomas
Musik:Joe Hisaishi
Kamera:Katsumi Yanagishima
Schnitt:Takeshi Kitano,
Yoshinori Oota
Besetzung

Brother ist ein japanischer Yakuza-Film aus dem Jahr 2000. Als Regisseur, Drehbuchautor, Cutter und Hauptdarsteller in dem Actionfilm fungierte Takeshi Kitano.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Yamamoto ist Mitglied eines Yakuza-Clans, dessen Anführer getötet wird. Um einen Krieg zwischen den beteiligten Clans zu vermeiden, werden die Mitglieder des führungslosen Clans – außer Yamamoto – in den anderen Clan aufgenommen. Dieser soll von einem Yakuza-Bruder – als Vertrauensbeweis gegenüber seinem neuen Clan – getötet werden. Anstatt ihn zu töten überredet der seinen älteren Bruder (jap.: Aniki) Yamamoto in die USA auszuwandern. Dort, in Los Angeles, studiert nämlich sein jüngerer (leiblicher) Bruder Ken.

In LA angekommen macht sich der einsilbige Yamamoto auf die Suche nach seinem Bruder – er scheint auch des Englischen nicht mächtig zu sein. Auf der Straße kommt es zu einer Rempelei mit dem Afro-Amerikaner Denny, wobei eine Flasche zu Bruch geht. Denny versucht Yamamoto – den er für einen asiatischen Touristen hält – anzumachen. Das geht allerdings ins Auge, und schlägt dann auf den Magen.

In einem japanischen Restaurant bekommt Yamamoto einen Hinweis wo er seinen Bruder finden kann. Dort angekommen stellt er fest, dass sein Bruder mit Drogen handelt statt zu studieren. Kurz darauf taucht auch der bandagierte Denny wieder auf: er ist ein Freund von Ken. Der Japaner starrt ihn meist nur wortlos an, und für Denny wird es gesünder sein, das verletzte Auge zu vergeben und zu vergessen.

Als diese Straßengangster mit mexikanischen Dealern, die sie mit Stoff versorgen, Streit bekommen, nimmt sich Yamamoto des Problems auf seine „japanische“ Weise an und tötet alle. Während einer Verhandlungsrunde mit den mexikanischen Bossen erschießen Ken und er diese und übernehmen so deren Bezirk. Von nun an ermorden sie ohne Zögern alles, was ihnen in die Quere kommt. Sonst überbrückt sich die unter anderem um einen Buchhalter erweiterte Mannschaft im Hauptquartier die Zeit mit Basketball. Der Aniki nimmt sich eine Frau. Yamamotos Bruder begeht derweil in Tokio Seppuku.

Wenig später taucht ein weiterer Yakuza-Bruder aus dem aufgelösten Clan auf: Kato. Auf seine Frage wie es hier so läuft meint Yamamoto lakonisch: genauso wie in Japan. Yamamoto und Denny freunden sich langsam an (und sind nun auch in der Stretch-Limousine unterwegs). Kato spricht ebenfalls kein Englisch, trägt wie der Aniki eine imposante Tätowierung auf dem Rücken, und ist aufgrund seiner Größe beim Basketball hoffnungslos unterlegen. Bei einem Überfall schießt Denny den Aniki versehentlich in den Bauch, der dadurch für das operative Geschäft einige Tage ausfällt.

Unter Yamamotos Führung wird eine erfolgreiche, ultrabrutale Organisation aufgebaut, und sie wollen weiter wachsen. Dies soll durch einen Zusammenschluss mit einem anderen japanischen Clan geschehen. Der berüchtigte Boss dieses Clans – Shirase – lehnt eine Fusion ab. Kato demonstriert Shirase seine bedingungslose Loyalität zum Aniki, indem er das ultimative Opfer bringt und sich vor Shirases Augen das Gehirn an die Wand schießt. Shirase ordnet sich unter (sein Ego macht sich aber schon bald wieder bemerkbar).

Im weiteren Verlauf kommt es zu Interessenkonflikten mit der italienischen Mafia. Die Mafia will an den Erträgen mit 50 Prozent beteiligt werden, was Shirase ihnen verweigert. Yamamotos Reaktion: wir sind alle tot. Und so kommt es dann auch: es gibt einen Krieg mit der Mafia.

Yamamoto und seine Männer zeigen sich chancenlos. Der übermächtige und meist gesichtslose Gegner meuchelt einen nach dem anderen dahin, und löscht auch Yamamotos Freundin und Dennys ganze Familie aus. Nur Denny und der Aniki bleiben übrig.

Die zwei entführen den Paten der Italiener, fahren mit ihm spazieren, und spielen Scheinhinrichtung am Strand. Yamamoto lässt den Paten unerklärlicherweise gehen, gefesselt und halb in der Wüste, und Denny schickt er in gebrochenem Englisch mit der Tasche voll Geld Richtung Horizont. Am Ende wartet der Aniki in einer Kneipe an der staubigen Landstraße – die von einem alten Japaner betrieben wird – auf die Mafia-Killer. Als ein Dutzend Männer eintrifft, zahlt er seine Rechnung und läuft bereitwillig ins Sperrfeuer der Maschinenpistolen.

Rezeption

Der Film wurde im September 2000 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig und in der folgenden Zeit auf mehreren weiteren Filmfestivals gezeigt.

Am 13. Dezember 2000 kam der Film unter dem Titel Aniki, mon frère in die Kinos Frankreichs und wurde dort fast 250.000 mal gesehen.[1] In den Vereinigten Staaten, wo der Film am 6. April 2001 begrenzt anlief, spielte er über 447.000 US-Dollar ein. Am 27. Januar 2001 war der Kinostart in Japan, wo der Film ein Einspielergebnis von 888 Millionen Yen hatte.[2]

Box Office Mojo zufolge, Stand vom 25. Juni 2008, spielte der Film bislang weltweit etwas mehr als 15 Millionen US-Dollar ein (Total Lifetime Grosses).[3] Die IMDb schätzt das Budget auf 12 Millionen US-Dollar. [4]

Kritiker waren geteilter Meinung über den Film. Roger Ebert kritisierte, zu viele der Mordszenen haben einen sorglosen, oberflächlichen Klang.[5] In Der Standard meinte man, die Figuren verschwämmen zu zweidimensionalen Platzhaltern für die von Kitano geschaffenen Bilderwelten.[6]

„Tatsächlich ist der Film so sehr den Stereotypen des Genres verhaftet, dass er sogar die ethnischen Klischees über Japaner übernimmt […]“

Tom Mes: Midnight Eye [7]

Der Film steht bei Rotten Tomatoes am 25. Juni 2008 bei 46 Prozent mit 68 ausgewerteten Kritiken (50 Prozent von 4 Topkritikern), bei Metacritic bei 47 Prozent mit 23 ausgewerteten Kritiken. In der IMDb rangiert er mit den Stimmen von 8355 Zuschauern am gleichen Tag bei 7,1 von 10 Punkten.

Auszeichnungen

Susumu Terajima gewann für seine Darstellung des Kato im Jahr 2002 den Nebendarstellerpreis beim Mainichi-Filmwettbewerb.

DVD-Fassungen

In Deutschland gibt es zwei Fassungen des Filmes auf DVD zu kaufen. Eine Version mit der Altersfreigabe FSK 16 und einmal die Originalfassung (keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG FSK), wobei die Originalfassung deutlich schwerer zu finden ist. Die FSK-16-Fassung ist um etwa 19 Minuten gegenüber der Originalfassung gekürzt.

deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • Kritiken zu Brother auf Rotten Tomatoes (englisch)
  • Gesammelte Zeitungskritiken zu Brother auf Metacritic.com (englisch)
  • Offizielle Website (englisch)
  • Einzelnachweise

    1. Lumiere
    2. Cinemakun.com
    3. Brother. In: Box Office Mojo. Abgerufen 25. Juni 2008 (englisch)
    4. Box office / business for Brother (2000). In: Internet Movie Database. Abgerufen 25. Juni 2008 (englisch)
    5. Kritik von Roger Ebert
    6. Der Standard
    7. Tom Mes: Brother. In: Midnight Eye. Abgerufen 25. Juni 2008 (englisch)

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