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Cast Away %E2%80%93 Verschollen

Dieser Artikel behandelt den Film von Robert Zemeckis aus 2000. Ein Film mit ähnlichem Titel von Nicolas Roeg findet sich unter Castaway – Die Insel (1987).
Filmdaten
Deutscher Titel:Cast Away – Verschollen
Originaltitel:Cast Away
Produktionsland:USA
Erscheinungsjahr:2000
Länge:138 Minuten
Originalsprache:Englisch
Altersfreigabe:FSK 12
Stab
Regie:Robert Zemeckis
Drehbuch:William Broyles jr.
Produktion:Tom Hanks
Jack Rapke
Steve Starkey
Robert Zemeckis
Musik:Alan Silvestri
Kamera:Don Burgess
Schnitt:Arthur Schmidt
Besetzung

Cast Away – Verschollen ist ein im Jahre 2000 von 20th Century Fox und DreamWorks veröffentlichter US-amerikanischer Spielfilm über einen modernen Robinson Crusoe, einen FedEx-Angestellten, der auf einer kleinen Südseeinsel strandet und dort vier Jahre ums Überleben kämpft.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Chuck Noland (Tom Hanks) ist ein schnell, effizient und hart arbeitender leitender Angestellter des US-amerikanischen Logistikunternehmens FedEx, für seine Arbeit an wechselnden Orten der Welt verschiebt er sogar die gemeinsame Weihnachtsfeier mit seiner Freundin (Helen Hunt) und einen wichtigen Zahnarzttermin. Schnelligkeit, extreme Pünktlichkeit und Effizienz sind seine Lebensprinzipien. Als er auf dem Weg zu einem neuen Auftrag als einziger einen dramatischen Flugzeugabsturz im Südpazifik überlebt und sich auf einer unbewohnten Insel wiederfindet, beginnt er den wahren Wert von Zeit zu erfahren.

Für Chuck beginnt ein neuer Alltag, der von ihm verlangt, neue Prioritäten zu setzen und sich auf das Wesentliche und Überlebensnotwendige zu konzentrieren. In den ruhigen Stunden sinniert er, was wohl in dem Paket sei, welches er aus dem Meer retten konnte und welches er unbedingt ausliefern will, wenn er gerettet wird. Er hat mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen:

  • Trinkwasser findet er in Regenpfützen,
  • erst nach zahlreichen Fehlversuchen gelingt es ihm, Feuer zu entfachen,
  • das Öffnen von Kokosnüssen ist nur mit Werkzeug möglich,
  • Wunden werden mit Meerwasser gespült,
  • den vereiterten Zahn schlägt er sich selbst aus …

Nach vier Jahren (und einem Selbstmord- und diversen Fluchtversuchen) nimmt er schließlich die Flucht von der Insel in Angriff. Es gelingt Chuck, aus Baumstämmen, in Streifen gerissener Baumrinde und Videobändern ein Floß zu bauen. Damit wagt er sich aufs Meer hinaus, wo ihm Wale aus nächster Nähe, Regen und Stürme begegnen. Nach einigen Tagen verliert er „Wilson“, seinen „Freund“ in Form eines Volleyballes, und will ihn schwimmend zurückholen, merkt aber, dass er damit sein Leben riskieren würde, weil er sich zu weit von seinem lebensrettenden Floß entfernen würde und bricht den Versuch ab. Schließlich wird er von der Besatzung eines vorbeifahrenden Containerschiffes gerettet.

Wieder in der Zivilisation, muss er feststellen, dass er dem Leben in der „normalen“ Welt entwöhnt ist und dass auch seine ehemalige Verlobte mittlerweile – im Glauben an die Notwendigkeit „loslassen zu müssen“ (obwohl sie von seinem Tod nicht überzeugt war) – ein neues Leben an der Seite seines ehemaligen Zahnarztes (gespielt von Chris Noth) begonnen hat.

Zum Schluss liefert er das gerettete Paket ab.

Product Placement

Einziger Beistand Chucks ist ein Volleyball der Marke Wilson, der aus einem aus dem Flugzeugwrack an Land gespülten FedEx-Pakete stammt. Er malt ein Gesicht auf den Ball, nennt ihn „Wilson“ und baut eine sehr intensive Beziehung zu ihm auf. Einerseits ist die Rolle Wilsons ein Beispiel für Product Placement – im wirklichen Leben ist Wilson der Marktführer für Volleybälle in den USA – andererseits war es dramaturgisch sinnvoll, Chuck für die Zeit auf der Insel ein Gegenüber zu geben, da es sonst über lange Passagen des Filmes überhaupt keine Dialoge hätte geben können.

Auch das Unternehmen FedEx ist den gesamten Film über präsent. Es sind die auf die Insel gespülten FedEx-Pakete, die Chuck weiterhelfen. Außer dem Volleyball sind es Schlittschuhe aus einem Paket, mit deren Hilfe er sich einen entzündeten Zahn ausschlägt und die er zum Holzhacken verwendet. In einem der Pakete sind auch Videobänder, die er für sein Floß als Seil benutzt. Am Ende des Films übergibt er das letzte noch ungeöffnete Paket zurück an den Absender und demonstriert damit seine Verlässlichkeit als Mitarbeiter dieses Unternehmens. Dieses Paket rettet auch sozusagen sein Leben, wie er selber sagt. FedEx zahlte zwar nicht direkt für das Product Placement, stellte jedoch erhebliche logistische Ressourcen. So stellte FedEx hunderte Mitarbeiter, Trucks und Uniformen zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit Robert Zemeckis dauerte etwa zwei Jahre. FedEx selbst beziffert den Aufwand mit 54 Millionen Dollar. Der damalige CEO von FedEx, ein Freund von Hauptdarsteller Hanks, betätigte sich als Produzent und ist auch in einer Szene zu sehen.

Weitere Beispiele für in diesem Film untergebrachte Produkt- und Firmennamen sind: Snickers, Panasonic, Sony, Seacon und Dr. Pepper.

Trivia

  • In den Szenen, die vor dem Flugzeugabsturz spielen, musste Tom Hanks wesentlich mehr wiegen als in denen am Ende seines Inselaufenthaltes. Damit Tom Hanks die nötigen 25 kg Gewicht abnehmen konnte, wurden die Dreharbeiten für ein Jahr unterbrochen. Während dieser Zeit drehte Regisseur Zemeckis den Film Schatten der Wahrheit.
  • Alle Nachtszenen des Films wurden tagsüber gedreht und mit dem Computer nachbearbeitet.
  • Während der Dreharbeiten wurde das Cockpit, welches man in Hollywood rund fünfzehn Jahre lang für Flugzeugszenen verwendete, in einem Wassertank zerstört.
  • Bei den Dreharbeiten zog sich Tom Hanks fast eine Blutvergiftung zu.
  • Der Name Chuck Noland hat eine versteckte Bedeutung. Abgekürzt heißt er C. Noland, was man in etwa see no land (kein Land in Sicht) ausspricht.
  • Im Film werden einige Palmen am Strand verbrannt. Die Produzenten mussten hinterher am Strand drei neue Bäume für die verbrannten anpflanzen lassen.

Kritik

„Ein über weite Strecken als ambitioniertes Ein-Personen-Drama konzipierter Film mit einem vielfältigen Konfliktpotenzial, das jedoch zugunsten der actionbetonten Handlung an den Rand gedrängt wird. Auch der überzeugende Hauptdarsteller kann die Schwächen des dem Mainstream-Kino geschuldeten Konzepts nicht vergessen machen.“

Lexikon des internationalen Films[1]

Auszeichnungen

Tom Hanks wurde als bester Hauptdarsteller für den Oscar und als bester Hauptdarsteller in der Kategorie Drama für den Golden Globe nominiert, konnte aber nur den Golden Globe gewinnen. Filmkomponist Alan Silvestri erhielt 2002 für seinen Score einen Grammy.

Drehort

Cast Away wurde auf Monuriki, einer von mehreren Mamanuca Inseln gedreht[2] (17° 37′ S, 177° 2′ O-17.608888888889177.03388888889). Diese Inselgruppe gehört zum Mamanuca Archipel, das etwas entfernt von der größten Fiji-Insel Viti Levu liegt. Der Drehort wurde eine Touristenattraktion nach Erscheinen des Filmes.

Im Film erklärt Kelly bei Chucks Rückkehr, dass er 500 Meilen weit mit seinem Floß gekommen sei, und dass die Insel etwa 600 Meilen südlich der Cook-Inseln liegen würde. In der Tat gibt es jedoch südlich der Cook-Inseln bis zur Antarktis keine Inseln mehr.

Literatur

Eberhard Ostermann: Cast Away und die Krise der Arbeitsgesellschaft. In: E.O.: Die Filmerzählung. Acht exemplarische Analysen. München 2007. S. 13-27. ISBN 978-3-7705-4562-9.

deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • Wilson der Volleyball in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • Kritiken zu Cast Away auf Rotten Tomatoes (englisch)
  • Einzelnachweise

    1. Filmdienst: Cast Away – Verschollen. In: Kabeleins Filmlexikon. SevenOne Intermedia GmbH. Abgerufen 6. Dezember 2008.
    2. Korina Miller, Robyn Jones, Leonardo Pinheiro: Fiji (2003) Lonely Planet, S. 54. ISBN 1740591348.

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