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Der Tagesspiegel

Dieser Artikel behandelt eine Berliner Zeitung. Zum Begriff Tagesspiegel siehe auch Tagespolitik.
Der Tagesspiegel
Beschreibungdeutsche Tageszeitung
VerlagVerlag Der Tagesspiegel GmbH
Erstausgabe1945
Erscheinungsweisetäglich
Verkaufte Auflage (IVW 4/2009, Mo–So)133.653 Exemplare
ChefredakteurStephan-Andreas Casdorff, Lorenz Maroldt
HerausgeberHermann Rudolph, Giovanni di Lorenzo, Pierre Gerckens
Weblinktagesspiegel.de
Artikelarchiv1996 ff.

Der Tagesspiegel ist eine 1945 gegründete Berliner Abonnementzeitung. Das Blatt erscheint von Montag bis Sonntag mit einer verkauften Auflage von 133.653 Exemplaren.[1] Damit ist der Tagesspiegel die Berliner Abonnementzeitung mit der dritthöchsten Auflage (nach Berliner Zeitung und Berliner Morgenpost). Er wird im Unterschied zur Berliner Zeitung vor allem im Westteil der Stadt gelesen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste Ausgabe der von Erik Reger, Walther Karsch, Heinrich von Schweinichen und Edwin Redslob gegründeten Tageszeitung erschien nach dem Zweiten Weltkrieg am 27. September 1945 unter der Lizenz der Information Control Division der amerikanischen Militärregierung. Das Blatt war zunächst in Berlin und Brandenburg verbreitet, bis 1948 die Blockade den Vertrieb auf West-Berlin beschränkte. Für die Gründung der Zeitung stellte der Geschäftsmann und ehemalige Papierhändler Heinrich von Schweinichen seinen Mitgesellschaftern das Gründungskapital in Höhe von 5000 Reichsmark zur Verfügung und finanzierte die Zeitung aus eigener Tasche in den ersten Monaten ihres Bestehens. Im Juni 1946 wurde von Schweinichen aus bisher nicht restlos geklärten Gründen die Lizenz von der amerikanischen Besatzungsmacht entzogen.[2] Während die übrigen Gründungsherausgeber noch heute im Impressum des Tagesspiegels genannt werden, bleibt der Name von Schweinichens unerwähnt.

Der Tagesspiegel wurde von den Alteigentümerfamilien F.K. Maier und Dannenberger ab 1992 sukzessive an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck verkauft.[3] Mit Wirkung zum 1. Juni 2009 hat die von Dieter von Holtzbrinck neu gegründete Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien) alle Anteile der Tagesspiegel-Gruppe von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernommen.[4]

Am 2. Oktober 2009 ist der Tagesspiegel aus dem seit 1954 genutzten Verlagsgebäude an der Potsdamer Straße in ein neues Domizil am Askanischen Platz umgezogen.[5]

Im November 2009 kündigte der Verlag an, ab Juli 2010 auf den Dienst der Nachrichtenagentur dpa zu verzichten.[6]

Layout

Seit 1946 steht unter einer Weltkugel im Kopf der Zeitung das lateinische Motto: rerum cognoscere causas. Das Zitat stammt von Vergil und kann mit „Die Ursachen der Dinge erkennen“ oder freier mit „Den Dingen auf den Grund gehen“ übersetzt werden.[7]

Für sein Layout ist der Tagesspiegel mit dem World’s Best-Designed Newspapers Award 2004 der Society for News Design in New York ausgezeichnet worden.[8]

Ausrichtung und Gliederung

Einer der Herausgeber des Tagesspiegels, Giovanni di Lorenzo, beschrieb seine Auffassung des Blattes mit den Worten: „Zwischen Sein und Schein kann sich eine Qualitätszeitung nur für das Sein entscheiden.“

Der Tagesspiegel ist nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren die meistzitierte Hauptstadtzeitung.[9]

Er gliedert sich in die klassischen Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Vermischtes sowie den Berlin-Brandenburg-Teil zwischen Politik und Wirtschaft. Sonnabends enthält die Zeitung einen Teil mit Autoanzeigen sowie einen Immobilienteil. Sonntags erscheint neben dem Stellen- und Reisemarkt die Magazinbeilage Sonntag, die stets ein großes Interview enthält.

Herausgeber und Chefredaktion

Als Herausgeber der Zeitung fungieren derzeit Hermann Rudolph, Giovanni di Lorenzo und Pierre Gerckens, Chefredakteure sind Stephan-Andreas Casdorff und Lorenz Maroldt.

Weitere leitende und im Impressum aufgeführte Redaktionsmitglieder sind u. a.:

Weitere bekannte Mitarbeiter

Redakteure

Autoren

Kolumnisten

Freie Mitarbeiter

Ehemalige

Miterhausgeber, Chefredakteure

Redakteure

Reporter

  • Günter Prinz – nach dem Krieg Polizeireporter.
  • Jana Simon – von 1998 bis 2004; Schriftstellerin und Journalistin.

Volontäre

Autoren

  • Holger Schück – war Sportjournalist, der sich u.a. auch mit dem Thema Doping befasst hat.

Kolumnisten

  • Suzan Gülfirat – machte Ende der 1990er mit der Veröffentlichung eines Kleinen Türkischkurses im Tagesspiegel auf sich aufmerksam, ihr wöchentlicher Gazeteler Rückblick ist eine Art Pressespiegel türkischer Zeitungen in Deutschland.
  • Günter Matthes – (Kürzel: thes) war von 1952 bis zu seinem Tod 1995 Kolumnist („Am Rande bemerkt“) und einer der herausragenden Journalisten in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • Christian Ulmen – für Beilage über Fußball.

Freie Mitarbeiter

Archiv

Das Online-Archiv des Tagesspiegels ist zum Teil kostenlos zugänglich und enthält Teile der Online-Ausgabe ab 1. Januar 1996. Weitere unter tagesspiegel.de publizierte Artikel können über die Suchmaske eines separaten, kostenpflichtigen Archivs der vom Tagesspiegel den überregionalen „Mantel“ und das Layout nutzenden Potsdamer Neueste Nachrichten abgerufen werden.[11]

Ältere Print-Artikel können zudem kostenpflichtig angefragt werden.[12] Die von Nachrichtenagenturen übernommenen Texte fehlen jedoch.

Literatur

  • Der Tagesspiegel. Zeitung für Berlin und Deutschland. Verl. Der Tagesspiegel, Berlin 1.1945,1 (27.Sept.) ff.

Einzelnachweise

  1. laut IVW, viertes Quartal 2009, Mo–So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Wolfgang Schivelbusch: Vor dem Vorhang. Das geistige Berlin 1945–1948. München 1995, S. 254 ff.
  3. Frank Kautter: Der Verleger als Erfolgsfaktor der Tageszeitung”, Dissertation an der der FU Berlin, 2007, S. 87, Abgerufen am 1. November 2009
  4. Machtwechsel in der Familie Holtzbrinck, meedia.de, 26. März 2009
  5. Der Tagesspiegel hat ab heute eine neue Adresse, Tagesspiegel vom 2. Oktober 2009, Abgerufen am 1. November 2009
  6. dts Nachrichtenagentur: Paukenschlag in der Medienbranche: Tagesspiegel will keine dpa mehr vom 6. November 2009, abgerufen am 6. November 2009
  7. Vgl. Vergil, Georgica II, 490: „felix, qui potuit rerum cognoscere causas“ – „Glücklich wer die Ursachen der Dinge hat erkennen können.“
  8. 26th Edition Winners. Society for News Design, 4. März 2005, abgerufen am 8. März 2009 (englisch).
  9. Tagesspiegel bleibt meistzitierte Hauptstadtzeitung. Der Tagesspiegel, 11. Januar 2008, abgerufen am 8. März 2009.
  10. Rüdiger Suchsland: Sehnsucht und Zerfall. In: Artechock. 11. Oktober 2001, abgerufen am 24. Juli 2008.
  11. archiv.pnn.de
  12. www.tagesspiegel.de/suche/recherche/

Der Tagesspiegel Offizielle Homepage
  • Tagesspiegel-Historie: Neue Ideen in alten Bauten, Tagesspiegel vom 4. Oktober 2009
  • © Diese Definition / dieser Artikel zu Der_Tagesspiegel stammt von Wikipedia und ist lizensiert unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu Der_Tagesspiegel , die Versionsgeschichte und die Liste der Autoren einsehen. © Diese Definition / dieser Artikel zu stammt von Wikipedia und ist lizensiert unter GFDL. Hier können Sie den Original-Artikel zu , die Versionsgeschichte und die Liste der Autoren einsehen.