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Finanzministerium Japan

Das Hauptgebäude des Finanzministeriums im Regierungsviertel Kasumigaseki in Chiyoda, Tokio.

Das japanische Finanzministerium (jap. 財務省, zaimu-shō, engl. Ministry of Finance, MOF) ist ein Ministerium der Zentralregierung. Es ist heute für die Haushaltsplanung, das Steuersystem und die Zölle, die Verwaltung der Staatsschulden und -anleihen und die Münzprägung zuständig.

Seit September 2009 ist Hirohisa Fujii Finanzminister.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Seit seiner Einrichtung nach der Meiji-Restauration bis zur Restrukturierung der Zentralregierung 2001 hieß das Finanzministerium ōkura-shō (大蔵省). Diese Bezeichnung geht auf eine Position im 8. Jahrhundert aus dem Ritsuryō-System zurück.

Beim Wiederaufbau Japans und im ökonomischen Aufschwung der Nachkriegszeit spielte das Finanzministerium eine zentrale Rolle neben dem MITI, das den Aufbau der Industrie koordinierte. Damals hatte das Ōkura-shō auch die Aufsicht über das Bankensystem (seit 1998 bei der Behörde für das Finanzwesen) und erheblichen Einfluss auf die Geldpolitik und die enormen Währungsreserven (seit 1998 bei der Bank of Japan).

Budget und Staatsschulden

Entwicklung der Staatsschulden seit 1970 in Billionen Yen.

Im Haushalt für das Geschäftsjahr 2006 betrug der Plan des Finanzministeriums, der den Schuldendienst miteinschließt, über 20,5 Billionen Yen (rund 123 Milliarden Euro), und war damit der größte Einzelplan.[1]

Das Wachstum der enormen Staatsschulden Japans – im Fiskaljahr 2008 geschätzt 181 % des Bruttoinlandsprodukts, davon 148% in Anleihen – setzt sich fort: Für 2008 ist vorgesehen, 30,5 % (25 Billionen Yen) der Staatsausgaben durch neue Anleihen zu decken. Während die Steuereinnahmen noch nicht das Niveau der Bubble economy erreicht haben (Fj. 1990: 60,1 Billionen Yen; Fj. 2008: 53,6 Billionen Yen), sind die Ausgaben weiter gestiegen (Fj. 1990: 69,3 Billionen Yen; Fj. 2008: 83,1 Billionen Yen). Die Gesamtsumme ausstehender Anleihen beträgt ca. 550 Billionen Yen (rund 3,3 Billionen Euro). Gleichzeitig steigt die Zinsbelastung, die während der Nullzinspolitik in den 90er Jahren noch eher gesunken war, seit 2005 wieder an.[2]

Die japanischen Staatsanleihen haben nach S&P ein Rating von AA (Aufwertung von AA- im April 2007)[3] und nach Moody’s ein Rating von A2 (Aufwertung diskutiert)[4].

Siehe auch

Liste der Finanzminister Japans

Offizielle Website (Japanisch, Englisch)

Einzelnachweise

  1. Finanzministerium: Abschluss des regulären Budgets für das Fiskaljahr 2006, S. 54 f.
  2. MOF: Highlights of the Budget for FY2008
  3. Bloomberg, 20. Dezember 2007: Japan Deficit to Widen in 2008 as Fukuda Spends More
  4. Forbes.com, 7. April 2007: Japanese government bond ratings under review for possible upgrade – Moody’s


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