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Goldrausch 1925

Filmdaten
Deutscher Titel:Goldrausch
Originaltitel:The Gold Rush
Produktionsland:USA
Erscheinungsjahr:1925
Länge:72 Minuten
Originalsprache:Englisch
Altersfreigabe:FSK 6
Stab
Regie:Charles Chaplin
Drehbuch:Charles Chaplin
Produktion:Charles Chaplin
Kamera:Jack Wilson
Roland Totheroh
Besetzung

Goldrausch ist eine Stummfilm-Komödie von Charles Chaplin aus dem Jahr 1925. Der Film thematisiert den Klondike-Goldrausch.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Protagonist erlebt als Goldsucher am Klondike River absurde Abenteuer. In den bekanntesten Szenen verspeist der hungrige Tramp zusammen mit seinem vor Hunger fast verrückten Partner und Mitbewohner zu Thanksgiving hingebungsvoll seine Schuhe. Bekannt ist auch der Brötchentanz, mit dem Charlie seine abendlichen Besucherinnen in der Hütte unterhält.

Entstehung

Nach dem großen Erfolg von The Kid war Chaplin lange vergeblich auf der Suche nach einer neuen Idee. Dann wurde er im Herbst 1923 von Douglas Fairbanks und Mary Pickford eingeladen. Sie zeigten Chaplin verschiedene stereoskopische Fotografien. Ein Bild fiel ihm besonders ins Auge: Es zeigte einen langen Zug von Goldgräbern, die den Chilkoot Pass im Norden Kanadas hinaufstiegen. Chaplin besorgte sich sofort Literatur zum Thema Goldrausch. Sehr inspirierend für ihn war ein Buch über die sogenannte Donner-Tragödie: Ein Goldsuchertreck unter der Leitung von George Donner war in der Sierra Nevada vom Schnee eingeschlossen worden. In dieser verzweifelten Lage gab es Kannibalismus, einige aßen ihre Schuhe samt Schnürsenkeln auf.

Die Probeaufnahmen begannen am 8. Februar 1924. Zunächst ließ Chaplin die Kulissen für die Eröffnungsszenen in Kalifornien bauen. Doch dann entschied er sich dafür, die Außenaufnahmen bei Truckee in den Bergen der Sierra Nevada zu machen. Dort wurde unter große Mühsal ein Goldgräberdorf errichtet. Die Kosten waren von Anfang an enorm, und Chaplin ließ dann auch noch die meisten bei Truckee gefilmten Szenen im kalifornischen Studio nachdrehen.

Wie immer arbeitete Chaplin ohne Drehbuch und improvisierte gegebenenfalls. Manchmal wurde wochenlang gar nichts gedreht, wenn er über den Fortgang der Story nachdenken musste. Die riesige Filmcrew – Schauspieler, Kameraleute, Kulissenschieber, Beleuchter etc. – musste aber jederzeit bereit sein.

Im Mai 1925 waren die Dreharbeiten abgeschlossen. Mehr als sieben Kilometer Filmmaterial waren belichtet worden, von dem nur ein Bruchteil für die endgültige Fassung verwendet wurde, die Chaplin selbst im Schneideraum zusammenstellte.

Fast eine Million Dollar kostete die Produktion von Goldrausch. United Artists war der Filmverleih. Der Film spielte in den nächsten Jahren etwa sechs Millionen Dollar ein.

1942 hat Chaplin seinen Film für eine Wiederveröffentlichung nachträglich mit Erzähltext (Dialogen) und Musik versehen. Dabei wurde u. a. auch das Ende gekürzt. Diese Tonfilmfassung wurde von Chaplin Alexander Woollcott gewidmet.[1]

Hintergründe

  • Da Chaplin ein Perfektionist war (er war der erste, der von allen Szenen Retakes drehte, die er dann selbst am Schneidetisch montierte), wurde auch die Szene mit dem Schuh aus Lakritze solange wiederholt, bis Swain sich über Verstopfungsprobleme zu beklagen begann. Der gequälte Gesichtsausdruck, mit dem Swain in dieser Szene die Zubereitung, das Servieren und das Verzehren des Lakritzschuhes begleitet, ist tatsächlich nicht gespielt.[2]
  • In der Szene mit der Thanksgivingsfeier im Saloon gibt es eine Stelle, an der zwei alte, bärtige und langhaarige (weiße Haare) Männer einen kurzen Volkstanz aufführen. Chaplin berichtete später[2], dass das zwei echte, alte Goldgräber waren, die von den Dreharbeiten angelockt vorbeigekommen waren und ganz spontan diesen Tanz aufgeführt hatten, der dann ebenso spontan aufgezeichnet und in den Film eingebaut worden war.
  • Die Rechte an diesem Film liegen jetzt bei der Roy Export Company Establishment.

Kritiken

  • Chaplin selbst hielt Goldrausch für den besten seiner Filme, „… mit diesem Film möchte ich in Erinnerung bleiben.“ (Chaplin)
  • Lexikon des Internationalen Films: Realität und Traum, Action und Poesie in einem Stummfilm, den Chaplin selbst für seinen besten hielt und der seinen Weltruhm begründete. Unvergeßlich die Szene, in der der hungernde Charlie seinen Schuh genießerisch verzehrt.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. siehe u.a. Filmvorspann der Tonfilmfassung von 1942
  2. a b David Robinson: Chaplin. Sein Leben. Seine Kunst. 2. Auflage. Diogenes Verlag. Zürich 2002. ISBN 3-257-22571-7
  3. Liste der besten 100 US-amerikanischen Filme

deutschen und englischen Version der Internet Movie Database

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