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Krimgoten

Die Krimgoten sind aus dem Teil der Goten hervorgegangen, der sich im Jahre 257 n. Chr. am Schwarzen Meer auf der Halbinsel Krim niederließ; dort wurden sie zu Verbündeten Roms. Sie machten Dori zu ihrer Hauptstadt. Die Überreste von Dori sind unter dem tatarischen Namen Mangup Kale bekannt und befinden sich südlich der heutigen ukrainischen Stadt Bachtschyssaraj. Noch lange existierten gotische Fürstentümer auf der Krim, die Bevölkerung vermischte sich jedoch bald. Dies ging einher mit einer weitgehenden Unterwerfung von aufständischen Krimgoten durch die Chasaren in der Mitte des 8. Jahrhunderts. Erst im 18. Jh. starb die krimgotische Sprache (siehe auch: gotische Sprache) aus.[1] Dennoch gab es keine Verbindung oder gar Vermischung zwischen den letzten Krimgoten und den ersten Schwarzmeerdeutschen wie z. B. von nationalsozialistischer Seite behauptet worden war, um Eroberungspläne zu rechtfertigen.

Eine Gruppe der Krimgoten wurde in den antiken Quellen als Tetraxiten bezeichnet. Prokop von Ceasarea berichtet, dass Teile der Hunnen, die sich nach dem Ende des Attila-Reiches nach Osten zurückzogen, im Jahr 454 am westlichen Ufer des Kimmerischen Bosporus auf Tetraxiten (Krimgoten) stießen. Die Tetraxiten hinderten diese daran, das östliche Ufer zu erreichen. Allerdings gingen die beiden Völker schließlich ein Bündnis ein und verließen den Kimmerischen Bosporus um sich gemeinsam nordöstlich des Schwarzen Meeres, am Fuß des Kaukasus niederzulassen. Demnach erscheint es als wahrscheinlich, dass die Tetraxitischen Goten mit dem Volk der Eudosen, die von Pseudo-Arrian als Bewohner der nordöstlichen Schwarzmeerzone beschrieben wurden, identisch sind. Die letzte Nachricht über die Tetraxiten stammt aus dem Jahr 551, wobei sie die utigurischen Hunnen gegen kutrigurische Hunnen unterstützt haben. Nach der Mitte des 6. jahrhunderts dürften sie sich allmählich in anderen kaukasischen Völkern aufgelöst haben[2]

Quelle

  1. Die letzten Goten auf der Krim, in: Karfunkel. Zeitschrift für erlebbare Geschichte Nr. 66 (Oktober-November 2006), S. 122-124.
  2. Johannes Hoops, Heinrich Beck: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 27. Walter de Gruyter & Co; Auflage: 2nd Revised edition (10. Dezember 2004), S. 438, ISBN 3110181169

Literatur

  • Vasiliev, Aleksandr A. The Goths in the Crimea. Cambridge, MA: The Mediaeval Academy of America, 1936 (altes Standardwerk).
  • H.-V. Beyer, Istorija krymskich gotov kak interpretacija skazanija Matfeja o gorode Feodoro, Ekaterinburg 2001 (neues Standardwerk, in Russisch)
  • H.-V. Beyer, Die Erzählung der Matthaios von der Stadt Theodoro, Byzantinische Zeitschrift 96 (2003), 25-56 (poetische Beschreibung der krimgotischen Hauptstadt aus der Zeit um 1400 mit deutscher Übersetzung)
  • Ottar Grønvik, Die dialektgeographische Stellung des Krimgotischen und die krimgotische cantilena, Oslo 1983
  • Preiser-Kapeller, Johannes: Die letzten Goten auf der Krim, in: Karfunkel. Zeitschrift für erlebbare Geschichte Nr. 66 (Oktober-November 2006), S. 122-124 (allgemeiner Überblick mit Quellenzitaten in Übersetzung und weiterer Literatur)
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